„Einfach machen. Gemeinsam lernen. Digitalisierung meistern“ – ambitioniert war der Titel der diesjährigen MEMO-Tagung in Münster und die Inhalte sind dem gerecht geworden. Am 02. und 03. Juni 2025 veranstalte die Universität Münster die inzwischen etablierte Tagung, die Praxis mit Wissenschaft und Politik miteinander verbindet. Sie beleuchtet auf einzigartige Weise aktuelle Probleme in der Verwaltungsmodernisierung. Dass sie in Münster stattfindet, ist zwar ein Heimspiel für uns, wir wären aber ohne zu zögern auch weiter gereist, um teilzunehmen.
Inspirierende Vorträge: Schnittstellenkompetenz, Fehlerkultur und Bürgerbeteiligung
Im Mittelpunkt der Tagung standen Vorträge sowie der gemeinsame Austausch. Sie zeigten nicht nur die Probleme im Digitalisierungsprozess auf, sondern bieten auch gleich noch wichtige Lösungsansätze. Wir schauen uns die Highlights an:
Warum Deutschland in Sachen eGovernment nur schleppend vorankommt
Prof. Dr. Dr. h. c. Jörg Becker beleuchtet in seinem Vortrag grundlegende Probleme im intenationalen Vergleich.
„Probleme entstehen immer an den Schnittstellen”, so bemängelte Prof. Dr. Dr. h. c. Jörg Becker, Sprecher des Münster Centrum Europa und European Research Center for Information Systems (ERCIS), in seinem Vortrag, dass Deutschland in Bezug auf die Digitalisierung im internationalen Vergleich immer noch weit abgeschlagen ist. Ein zentraler Schmerzpunkt: ein schwerfälliger, reformbedürftiger Datenschutz sowie eine fehlende Schnittstellenkompetenz. Hier müssen Systeme sowie Prozesse künftig besser ineinandergreifen, um durchgängige und nutzerfreundliche Verwaltungsprozesse zu ermöglichen.
Podiumsdiskussion: Wie kann der digitale Wandel vorangetrieben werden?
v.l.n.r: Dr. Jonas Fegert, Dr. Daniele Oellers, Martina Nolte und Ann Cathrin Riedel
Die Podiumsdiskussion mit den Gästen Ann Cathrin Riedel, Geschäftsführerin von NExT e.V., Dr. Daniela Oellers, Leiterin IT-Leitstelle Innenministerium Baden-Württemberg, sowie Martina Nolte, Teamleitung eGovernment bei der Stadt Mönchengladbach, und dem Moderator Dr. Jonas Fegert, Abteilungsleiter am FZI unter dem Titel „Inseln verbinden: Gemeinsam mehr erreichen“ machte ebenfalls dem lösungsorientierten Ansatz der MEMO alle Ehre: Hier wurde als Kernproblem des digitalen Wandels der überhöhte Anspruch nach Perfektionismus herausgestellt. Dies hat eine Handlungsstarre zur Folge, der nur mit einer gelebten Fehlerkultur entgegengewirkt werden kann.
Ein weiterer Lösungsansatz ist es, die Bürger mehr in den Digitalisierungsprozess einzubeziehen, um hier Berührungsängste abzubauen. Was bedeutet das konkret? Ein intensives Marketing für neue Digitalisierungsmaßnahmen wie die Bund-ID können helfen, dass sich der Bürger mehr einbezogen fühlt und solche Neuerungen als für ihn positiv wahrnimmt.
Ein Beitrag von heimischer Seite: Was deutsche Stadtverwaltungen von den niederländischen Gemeinden lernen können
Unser Account Manager Raphael Hövener beleuchtete in seinem Vortrag auf anschauliche Weise, wo niederländische Gemeinden in der Verwaltungsdigitalisierung die Nase vorn haben.
Unser persönliches Highlight war natürlich, dass sich auch unser Account Manager Raphael Hövener zu diesen hochdotierten Speakern zählen durfte. Mit seinem Vortrag „Dienstleistungen digital, und dann? Was deutsche Stadtverwaltungen von den niederländischen Gemeinden lernen können”, hat er einen Nerv getroffen, wie man an dem gefüllten Zuschauerraum erkennen konnte. Und auch die Gespräche, die danach an unserem Stand entstanden, zeugten von einem regen Interesse und dem Bedürfnis, konkrete Umsetzungsprobleme in der Praxis zu lösen.
Unser Fazit und eine Danksagung
Neben vielen spannenden Vorträgen und praxisnahen Lösungsansätzen haben wir besonders den intensiven Austausch mit den Speakern und Teilnehmenden geschätzt. Wir nehmen nicht nur wertvolle Impulse mit, sondern auch neue Perspektiven auf die Herausforderungen der digitalen Weiterentwicklung im öffentlichen Sektor.
Ein herzliches Dankeschön gilt den Organisatoren der MEMO-Tagung! Wir freuen uns schon jetzt auf eine Fortsetzung im Jahr 2026.
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